Wohnraumanpassung für die Pflege zu Hause in Hannover: Sicher und selbstständig wohnen

Wohnraumanpassung für die Pflege zu Hause in Hannover: Sicher und selbstständig wohnen

Die eigene Wohnung ist für die meisten Menschen der Ort, an dem sie sich am sichersten fühlen. Wenn jedoch das Gehen schwerer fällt, ein Rollator oder Rollstuhl hinzukommt oder ein Angehöriger nach einem Klinikaufenthalt zu Hause gepflegt wird, zeigen sich plötzlich Hindernisse: eine hohe Duschwanne, enge Türen, Treppenstufen oder ein Bett, das zu niedrig ist. Eine durchdachte Wohnraumanpassung für die Pflege zu Hause kann den Alltag spürbar erleichtern, Stürzen vorbeugen und pflegenden Angehörigen die Arbeit leichter machen. Dieser Ratgeber richtet sich an Betroffene und Familien, die überlegen, was in ihrer Wohnung sinnvoll ist.

Wir zeigen, wie Sie den Bedarf erkennen, welche Bereiche der Wohnung besonders wichtig sind, welche kleinen und größeren Veränderungen helfen und wo Sie Beratung zur Finanzierung bekommen. Nicht jede Wohnraumanpassung Pflege bedeutet einen großen Umbau. Oft machen schon einfache Maßnahmen einen großen Unterschied.

Warum eine Wohnraumanpassung sinnvoll ist

Eine angepasste Wohnung unterstützt die Selbstständigkeit. Wer sich sicher bewegen kann, traut sich mehr zu, bleibt aktiver und ist weniger auf Hilfe angewiesen. Gleichzeitig schützt eine gute Gestaltung vor Stürzen, die gerade im Alter schwerwiegende Folgen haben können. Auch für Angehörige und Pflegekräfte ist es wichtig, dass genug Platz am Bett und im Bad ist und Hilfsmittel gut eingesetzt werden können. So wird Pflege rückenschonender und entspannter für alle Beteiligten.

Den Bedarf in Ruhe ermitteln

Bevor Sie etwas kaufen oder umbauen, lohnt sich ein aufmerksamer Rundgang durch die Wohnung. Begleiten Sie Ihren Angehörigen dabei durch einen ganz normalen Tag: vom Aufstehen über den Weg ins Bad bis zum Abendessen. Wo wird es eng, wo muss er sich festhalten, wo wird gezögert? Fragen Sie auch nach, was er selbst als schwierig empfindet. Wichtig ist, dass die Veränderungen zu den Gewohnheiten und Wünschen der Person passen. Nicht jeder möchte, dass sich die vertraute Wohnung stark verändert.

Hilfreich ist es, auch an die Zukunft zu denken. Bei fortschreitenden Erkrankungen kann es sinnvoll sein, Lösungen zu wählen, die auch später noch passen, etwa wenn aus dem Rollator ein Rollstuhl wird.

Die wichtigsten Bereiche der Wohnung

Eingang, Flur und Treppen

Schon der Weg in die Wohnung kann zur Hürde werden. Stabile Handläufe auf beiden Seiten der Treppe, rutschfeste Stufenkanten und eine gute Beleuchtung geben Sicherheit. Bei wenigen Stufen kann eine Rampe helfen, bei mehreren Etagen kommt unter Umständen ein Treppenlift in Frage. In vielen Mehrfamilienhäusern in Hannover gibt es keinen Aufzug. Sprechen Sie bei Mietwohnungen frühzeitig mit Vermieter oder Hausverwaltung, bevor bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Das Badezimmer

Das Bad ist für viele der schwierigste Raum. Glatte Fliesen, eine hohe Wanne und wenig Platz erhöhen die Sturzgefahr. Hilfreich sind Haltegriffe an Toilette und Dusche, eine rutschfeste Matte, ein Duschhocker oder Duschklappsitz und eine Toilettensitzerhöhung. Eine bodengleiche Dusche anstelle der Badewanne ist eine größere Maßnahme, die das selbstständige Duschen aber oft erst wieder möglich macht. Achten Sie darauf, dass Haltegriffe fachgerecht und fest montiert werden.

Das Schlafzimmer

Ein Bett in passender Höhe erleichtert das Aufstehen und das Hinsetzen. Bei höherem Pflegebedarf ist ein Pflegebett mit verstellbarer Höhe und Rückenteil oft eine große Entlastung, für die pflegebedürftige Person und für alle, die bei der Pflege helfen. Planen Sie rund um das Bett genug Platz ein, damit man von beiden Seiten herantreten kann. Ein Lichtschalter oder eine Lampe in Reichweite, ein Nachtlicht und ein freier Weg zur Toilette machen nächtliche Wege sicherer.

Küche und Wohnbereich

Häufig benötigte Dinge sollten ohne Strecken oder Bücken erreichbar sein. Ein stabiler Stuhl mit Armlehnen, aus dem man gut aufstehen kann, ist im Wohnzimmer viel wert. Schwellen, lose Teppiche, Kabel und unnötige Möbel auf den Laufwegen sind typische Stolperfallen. Oft genügt es, umzuräumen und Platz zu schaffen, damit sich jemand mit Rollator frei bewegen kann.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Viele Verbesserungen sind schnell umgesetzt und kosten wenig Aufwand:

  • Teppichkanten sichern oder lose Läufer entfernen
  • Kabel und Gegenstände von Laufwegen räumen
  • helle Beleuchtung im Flur und Bewegungsmelder für die Nacht
  • rutschfeste Matten in Bad und Dusche
  • Haltegriffe an Stellen, an denen sich jemand ohnehin festhält
  • Telefon und Notrufmöglichkeit gut erreichbar platzieren

Weitere Hinweise, wie Sie Stürzen vorbeugen, finden Sie in unserem Beitrag zur Sturzprophylaxe zu Hause.

Hilfsmittel sinnvoll einplanen

Neben baulichen Veränderungen spielen Hilfsmittel eine wichtige Rolle, zum Beispiel ein Rollator, ein Rollstuhl, ein Pflegebett, ein Lifter oder ein Toilettenstuhl. Viele dieser Hilfsmittel werden ärztlich verordnet. Bei der Planung lohnt es sich zu prüfen, ob in der Wohnung genug Platz für die Geräte ist und ob Türen breit genug sind. In der außerklinischen Intensivpflege kommen oft weitere Geräte hinzu, etwa für Beatmung, Sauerstoff oder Absaugung, die zuverlässige Steckdosen und Stellflächen brauchen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu Hilfsmitteln in der Beatmungspflege.

Unterstützung und Finanzierung klären

Bei anerkannter Pflegebedürftigkeit kann die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds unterstützen, die sogenannten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen. Ob und in welchem Umfang das in Ihrem Fall möglich ist, hängt von der individuellen Situation ab. Wichtig ist, sich vor Beginn einer Maßnahme zu informieren und den Antrag rechtzeitig zu stellen. Fragen Sie direkt bei Ihrer Pflegekasse nach oder nutzen Sie eine Pflegeberatung. In der Region Hannover gibt es dafür auch Pflegestützpunkte und Beratungsstellen, die Familien neutral informieren. Für Hilfsmittel ist häufig die Krankenkasse zuständig, oft auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung.

Wohnraumanpassung Pflege gemeinsam planen

Eine gute Planung gelingt am besten im Gespräch aller Beteiligten. Pflegefachkräfte sehen im Alltag, wo es hakt, Ärzte und Therapeuten kennen die gesundheitliche Entwicklung, und Handwerker oder Sanitätshäuser können technische Lösungen anbieten. Ergotherapeuten beraten zudem häufig dazu, wie sich Abläufe vereinfachen lassen. Nehmen Sie sich Zeit, Angebote zu vergleichen, und lassen Sie sich nicht zu Lösungen drängen, die nicht zur Situation passen.

Wohnraumanpassung Pflege: Unterstützung durch ARCHIMED in Hannover

ARCHIMED begleitet Menschen in Hannover, zum Beispiel in Vahrenwald, Döhren oder Ricklingen, und in der Region Hannover, sowohl in der ambulanten Pflege als auch in der außerklinischen Intensivpflege. Bei unseren Besuchen achten wir darauf, wo in der Wohnung Stolperfallen oder Engstellen bestehen, geben praktische Hinweise zu Hilfsmitteln und Abläufen und beraten Angehörige zu rückenschonender Pflege. Wir stimmen uns mit Hausärzten und Therapeuten ab und richten uns dabei nach den Wünschen der Menschen, die wir begleiten.

Häufige Fragen

Muss die ganze Wohnung umgebaut werden?

Nein. Häufig reichen gezielte Veränderungen in Bad, Schlafzimmer und Flur. Entscheidend ist, was im Alltag der betroffenen Person wirklich hilft.

Darf ich in einer Mietwohnung umbauen?

Bauliche Veränderungen sollten Sie immer vorher mit dem Vermieter abstimmen. Einfache Maßnahmen wie Umräumen oder rutschfeste Matten sind in der Regel unproblematisch.

Wer hilft bei der Frage nach Zuschüssen?

Ihre Pflegekasse, eine Pflegeberatung oder ein Pflegestützpunkt in der Region Hannover können Ihnen sagen, welche Unterstützung in Ihrer Situation möglich ist und wie der Antrag gestellt wird.

Wann sollte die Wohnung angepasst werden?

Am besten, bevor etwas passiert. Wenn erste Unsicherheiten beim Gehen auftreten oder eine Entlassung aus der Klinik ansteht, ist ein guter Zeitpunkt, die Wohnung gemeinsam anzuschauen.

Sie möchten sich zum Thema Wohnraumanpassung für die Pflege zu Hause beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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