Medikamentenmanagement zu Hause in Hannover: Sicher planen, stellen und geben

Medikamentenmanagement zu Hause in Hannover: Sicher planen, stellen und geben

Morgens drei Tabletten, mittags eine, abends Tropfen und dazu vielleicht noch ein Spray oder eine Spritze: Wer mehrere Medikamente braucht, verliert leicht den Überblick. Für pflegende Angehörige kommt die Sorge hinzu, etwas falsch zu machen. Ein gutes Medikamentenmanagement zu Hause sorgt dafür, dass die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit in der richtigen Menge eingenommen werden. Das gibt Sicherheit, entlastet die Familie und hilft, dass die Behandlung so wirkt, wie der Arzt es geplant hat.

In diesem Ratgeber zeigen wir, wie ein Medikamentenplan hilft, wie Sie Medikamente sicher stellen und lagern, worauf Sie bei der Einnahme achten und wann ein Pflegedienst unterstützen kann.

Warum Medikamentenmanagement zu Hause so wichtig ist

Mit zunehmendem Alter oder bei chronischen Erkrankungen werden oft mehrere Medikamente gleichzeitig verordnet, manchmal von verschiedenen Ärzten. Dann steigt die Gefahr, dass eine Dosis vergessen, doppelt genommen oder verwechselt wird. Auch Wechselwirkungen zwischen Medikamenten sind möglich. Hinzu kommen Alltagshürden: kleine Tabletten, die schwer zu greifen sind, Packungen, die sich kaum öffnen lassen, oder Schluckbeschwerden. Mit etwas Struktur lassen sich viele dieser Probleme gut lösen.

Der Medikamentenplan: Ihre wichtigste Grundlage

Ein aktueller Medikamentenplan ist das Herzstück. Viele Hausarztpraxen stellen einen bundeseinheitlichen Medikationsplan aus. Fragen Sie danach, wenn Ihr Angehöriger noch keinen hat. Ein guter Plan enthält:

  • den Namen des Medikaments und den Wirkstoff,
  • die Stärke und die Darreichungsform, etwa Tablette, Tropfen oder Pflaster,
  • wann und wie viel eingenommen wird,
  • wofür das Medikament ist,
  • besondere Hinweise, zum Beispiel vor dem Essen oder nicht zerkleinern.

Wichtig ist, dass auch Medikamente aus der Apotheke ohne Rezept, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel auf dem Plan stehen. Auch sie können Wechselwirkungen haben. Nehmen Sie den Plan zu jedem Arztbesuch, in die Apotheke und ins Krankenhaus mit. Nach jeder Änderung sollte er aktualisiert werden. Eine Kopie in der Notfallmappe ist ebenfalls sinnvoll.

Medikamente richtig stellen

Wochendosierer als Hilfe

Ein Wochendosierer mit Fächern für jeden Tag und jede Tageszeit schafft Übersicht. Auf einen Blick sehen Sie, ob die Medikamente eingenommen wurden. Stellen Sie die Medikamente in Ruhe und ohne Ablenkung, am besten immer zur selben Zeit, zum Beispiel einmal pro Woche am Sonntagabend. Gehen Sie dabei Zeile für Zeile nach dem aktuellen Plan vor.

Worauf Sie achten sollten

  • Tabletten nur teilen oder zerkleinern, wenn das erlaubt ist, fragen Sie im Zweifel in der Apotheke,
  • Tropfen, Säfte und Insulin erst kurz vor der Gabe vorbereiten,
  • bei einem Wechsel des Herstellers sieht eine Tablette oft anders aus, der Wirkstoff kann trotzdem gleich sein, lassen Sie sich das in der Apotheke bestätigen,
  • Medikamente, die nur bei Bedarf gegeben werden, getrennt aufbewahren und die Gabe notieren.

Viele Apotheken bieten auch an, Medikamente für einige Wochen im Voraus fertig verpackt zu stellen. Fragen Sie in Ihrer Apotheke vor Ort nach, ob und zu welchen Bedingungen das möglich ist.

Die Einnahme im Alltag

Feste Zeiten und kleine Erinnerungshilfen

Verknüpfen Sie die Einnahme mit festen Gewohnheiten wie dem Frühstück oder dem Zähneputzen. Ein Wecker, eine Erinnerung auf dem Handy oder ein Abhakzettel helfen, gerade wenn Ihr Angehöriger noch selbstständig einnimmt, aber manchmal etwas vergisst. Bei Menschen mit Demenz ist es oft sicherer, wenn eine andere Person die Medikamente reicht und dabeibleibt, bis sie geschluckt sind.

Wenn das Schlucken schwerfällt

Schluckbeschwerden sind häufig. Lassen Sie Tabletten möglichst in aufrechter Haltung mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Wenn das nicht gelingt, gibt es oft andere Darreichungsformen. Bitte zerdrücken oder öffnen Sie Tabletten und Kapseln nicht eigenmächtig, da manche dadurch anders oder gar nicht mehr wirken. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu Schluckstörungen. Bei einer Ernährungssonde gelten eigene Regeln, die mit Arzt und Apotheke abgestimmt werden.

Veränderungen beobachten

Achten Sie darauf, wie es Ihrem Angehörigen nach einer neuen oder geänderten Medikation geht. Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Verwirrtheit, Stürze oder Hautausschlag können mit Medikamenten zusammenhängen. Notieren Sie, was Ihnen auffällt, und sprechen Sie den Arzt an. Setzen Sie Medikamente aber nie eigenmächtig ab.

Wechselwirkungen offen ansprechen

Sie müssen kein Fachwissen über Wechselwirkungen haben. Wichtig ist, dass Ärzte und Apotheke vollständig informiert sind. Sagen Sie jedem behandelnden Arzt, welche Medikamente Ihr Angehöriger bereits nimmt, auch wenn sie von einem anderen Arzt stammen. Wenn möglich, lösen Sie Rezepte immer in derselben Apotheke ein. Dort kann man besser prüfen, ob Mittel zusammenpassen. Trauen Sie sich nachzufragen, wenn Sie unsicher sind, wofür ein Medikament gedacht ist oder ob es noch nötig ist. Ein regelmäßiges Gespräch mit dem Hausarzt über die gesamte Medikation ist sinnvoll.

Medikamente richtig lagern

  • trocken, lichtgeschützt und bei Raumtemperatur, also nicht im feuchten Badezimmer,
  • Medikamente, die gekühlt werden müssen, wie manche Insuline, im Kühlschrank, aber nicht im Gefrierfach oder direkt an der Rückwand,
  • in der Originalverpackung mit Beipackzettel,
  • für Kinder und für Menschen mit Demenz unerreichbar,
  • Verfallsdaten regelmäßig prüfen und angebrochene Tropfen oder Säfte mit Anbruchdatum beschriften.

Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente sollten Sie nicht einfach weiter aufheben. Wie Sie sie richtig entsorgen, erfahren Sie in Ihrer Apotheke oder bei Ihrer Kommune.

Unterwegs und bei Arztbesuchen

Wenn Ihr Angehöriger einen Ausflug macht, einige Tage bei der Familie verbringt oder einen längeren Arzttermin hat, nehmen Sie die benötigten Medikamente in ausreichender Menge und den aktuellen Plan mit. Medikamente gehören dabei ins Handgepäck und nicht in ein heißes Auto. Für Kühlware gibt es kleine Kühltaschen. So bleibt das Medikamentenmanagement zu Hause auch außer Haus verlässlich.

Unterstützung durch den Pflegedienst

Wenn das Medikamentenmanagement zu Hause für die Familie zu viel wird oder besondere Fachkenntnis nötig ist, kann ein Pflegedienst helfen. Das Stellen und Verabreichen von Medikamenten, Injektionen oder das Kontrollieren der Einnahme gehört zur Behandlungspflege. Voraussetzung ist in der Regel eine ärztliche Verordnung. Sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an. Gerade nach einem Krankenhausaufenthalt, wenn sich oft vieles an der Medikation ändert, ist diese Unterstützung eine große Entlastung.

Medikamentenmanagement zu Hause mit ARCHIMED in Hannover

ARCHIMED begleitet pflegebedürftige Menschen in Hannover, etwa in Bothfeld, in Döhren oder in Herrenhausen, und in der Region Hannover, sowohl in der ambulanten Pflege als auch in der außerklinischen Intensivpflege. Unsere Pflegefachkräfte stellen und verabreichen verordnete Medikamente, beobachten Wirkung und mögliche Nebenwirkungen und dokumentieren alles sorgfältig. Wir halten engen Kontakt zu Hausärzten, Fachärzten und Apotheken und beraten Angehörige, damit alle Beteiligten den gleichen Stand haben.

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn eine Dosis vergessen wurde?

Das hängt vom Medikament ab. Nehmen Sie nicht einfach die doppelte Menge. Schauen Sie in den Beipackzettel oder fragen Sie in der Apotheke oder beim Arzt nach.

Darf ich Tabletten zum leichteren Schlucken zerkleinern?

Nur wenn es für das jeweilige Medikament erlaubt ist. Die Apotheke kann Ihnen das sagen und gegebenenfalls Alternativen nennen.

Wer erstellt den Medikamentenplan?

In der Regel der Hausarzt. Bitten Sie ihn, den Plan bei jeder Änderung zu aktualisieren, und geben Sie die neue Fassung auch an den Pflegedienst weiter.

Wann sollte ich sofort 112 rufen?

Wenn nach einer Medikamenteneinnahme plötzlich Atemnot, starke Schwellungen im Gesicht oder Hals, Bewusstlosigkeit oder schwere Kreislaufprobleme auftreten, oder wenn versehentlich eine große Menge eingenommen wurde. Dann zählt jede Minute.

Sie möchten sich zum Thema Medikamentenmanagement zu Hause beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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