Am Abend drücken die Socken tiefe Rillen in die Haut, die Schuhe sitzen enger als am Morgen, und die Knöchel wirken geschwollen. Viele ältere Menschen kennen dieses Gefühl schwerer Beine. Wassereinlagerungen in den Beinen, in der Fachsprache Ödeme genannt, sind im Alter häufig. Sie können harmlos sein, etwa nach langem Sitzen an einem warmen Tag. Sie können aber auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, die ärztlich behandelt werden sollte.
In diesem Ratgeber erklären wir, wie Wassereinlagerungen in den Beinen entstehen können, bei welchen Warnzeichen Sie ärztliche Hilfe brauchen und was im Alltag zur Entlastung beitragen kann. Außerdem zeigen wir, wie ein Pflegedienst in Hannover und der Region unterstützt.
Was sind Wassereinlagerungen in den Beinen?
Bei einem Ödem sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe an. Weil die Schwerkraft wirkt, zeigt sich das besonders oft an Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln. Typisch ist, dass die Schwellung im Laufe des Tages zunimmt und sich über Nacht im Liegen teilweise zurückbildet. Drückt man mit dem Finger auf die geschwollene Stelle, bleibt manchmal für kurze Zeit eine Delle zurück.
Betroffene beschreiben ihre Beine häufig als schwer, gespannt oder müde. Die Haut kann glänzen, sich warm oder kühl anfühlen und empfindlicher werden. Schuhe und Strümpfe drücken, und das Gehen wird mühsamer.
Mögliche Ursachen im Überblick
Die Gründe für Wassereinlagerungen in den Beinen sind vielfältig. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen. Zu den möglichen Ursachen gehören zum Beispiel:
- Venenschwäche: Wenn die Venenklappen nicht mehr gut schließen, staut sich das Blut in den Beinen.
- Bewegungsmangel: Langes Sitzen oder Liegen schwächt die Muskelpumpe in den Waden, die den Rückfluss des Blutes unterstützt.
- Herzschwäche: Pumpt das Herz weniger kräftig, kann sich Flüssigkeit im Körper sammeln.
- Nieren- oder Lebererkrankungen: Auch sie können den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen.
- Medikamente: Einige Arzneimittel, etwa bestimmte Blutdruckmittel oder Schmerzmittel, können Schwellungen begünstigen.
- Störungen des Lymphabflusses oder ein Eiweißmangel bei Mangelernährung.
- Wärme: Im Sommer weiten sich die Gefäße, und die Beine schwellen leichter an.
Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung klären. Setzen Sie deshalb bitte keine Medikamente eigenmächtig ab, auch wenn Sie einen Zusammenhang vermuten, sondern sprechen Sie mit der Hausarztpraxis.
Warnzeichen: Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Neu aufgetretene oder zunehmende Wassereinlagerungen in den Beinen sollten Sie in der Hausarztpraxis ansprechen. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn:
- nur ein Bein plötzlich anschwillt, schmerzt, sich warm anfühlt oder gerötet ist,
- die Schwellung rasch zunimmt oder das Körpergewicht innerhalb kurzer Zeit deutlich steigt,
- zusätzlich Kurzatmigkeit, nächtliche Atemnot oder Husten im Liegen auftreten,
- die Haut sich stark rötet, offene Stellen entstehen oder Fieber hinzukommt.
Ein einseitig geschwollenes, schmerzhaftes Bein kann auf eine Thrombose hindeuten und sollte noch am selben Tag ärztlich untersucht werden. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Rufen Sie sofort den Notruf 112 bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, starkem Herzrasen oder wenn sich der Zustand rasch verschlechtert.
Was im Alltag hilft
Neben der ärztlichen Behandlung der Ursache gibt es einfache Maßnahmen, die die Beine entlasten können. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was in Ihrer Situation passt, besonders wenn eine Herzerkrankung vorliegt.
Beine hochlagern
Mehrmals am Tag die Beine für eine Weile hochzulegen, kann den Rückfluss erleichtern. Dabei sollten Unterschenkel und Füße gut abgestützt sein, etwa auf einem Kissen oder Hocker, ohne dass die Kniekehle abgeknickt wird. Bei Herzschwäche oder Atemnot ist nicht jede Lagerung geeignet, hier gilt die ärztliche Empfehlung.
Bewegung, so gut es geht
Jede Bewegung aktiviert die Muskelpumpe der Waden. Schon kleine Übungen helfen:
- im Sitzen die Füße abwechselnd auf Zehenspitzen und Fersen stellen
- die Füße kreisen lassen
- regelmäßig aufstehen und ein paar Schritte durch die Wohnung gehen
- kurze Spaziergänge, zum Beispiel in einem der vielen Parks in Hannover, wenn es die Kräfte erlauben
Langes Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen sollte möglichst vermieden werden. Bei bettlägerigen Menschen kann die Pflege die Beine passiv bewegen und zu kleinen aktiven Übungen anleiten.
Kompressionsstrümpfe nur nach ärztlicher Verordnung
Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsverbände können bei bestimmten Ursachen sehr hilfreich sein. Sie sind aber nicht für jeden geeignet, zum Beispiel bei bestimmten Durchblutungsstörungen der Arterien oder schwerer Herzschwäche. Deshalb gilt: Kompression bitte nur nach ärztlicher Verordnung und mit fachgerecht angepasster Größe. Die Strümpfe werden in der Regel morgens angezogen, wenn die Beine noch wenig geschwollen sind. Anziehhilfen erleichtern das, und ein Pflegedienst kann dabei unterstützen.
Trinken und Ernährung
Manche Menschen trinken aus Sorge vor Schwellungen bewusst weniger. Das ist meist nicht sinnvoll und kann zu anderen Problemen wie Verwirrtheit oder Verstopfung führen. Wie viel getrunken werden sollte, hängt von der Grunderkrankung ab. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen legt die Ärztin oder der Arzt manchmal eine bestimmte Trinkmenge fest. Auch beim Salz lohnt sich eine Rücksprache, denn eine sehr salzreiche Ernährung kann Wassereinlagerungen begünstigen.
Bequeme Kleidung und Schuhe
Einschnürende Socken, enge Gummibünde und zu kleine Schuhe behindern den Rückfluss zusätzlich. Weiche Strümpfe ohne festen Bund und gut sitzende, verstellbare Schuhe sind angenehmer und beugen Druckstellen vor.
Hautpflege bei geschwollenen Beinen
Gespannte Haut ist empfindlich und verletzlich. Schon kleine Wunden können bei Ödemen schlechter heilen. Eine gute Hautpflege ist deshalb ein wichtiger Teil der Versorgung:
- Haut täglich auf Rötungen, Risse, Druckstellen und kleine Verletzungen kontrollieren, auch zwischen den Zehen.
- Mit lauwarmem Wasser und milden Waschlotionen reinigen, danach sanft trocken tupfen.
- Trockene Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflege eincremen.
- Nägel vorsichtig pflegen, bei Unsicherheit eine Fußpflege in Anspruch nehmen.
Veränderungen an der Haut, offene Stellen oder nässende Bereiche sollten Sie zeitnah ärztlich anschauen lassen.
Wie ein Pflegedienst in Hannover unterstützen kann
Ein ambulanter Pflegedienst kann bei Wassereinlagerungen in den Beinen auf vielen Ebenen helfen. Pflegefachkräfte beobachten die Beine regelmäßig, achten auf Veränderungen der Schwellung, der Haut und des Allgemeinzustands und geben diese Beobachtungen an die Hausarztpraxis weiter. Wenn ärztlich verordnet, übernehmen sie das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen oder das Anlegen von Kompressionsverbänden sowie die Medikamentengabe.
Auch beim Wiegen, bei der Dokumentation der Trinkmenge, bei der Hautpflege und bei Bewegungsübungen unterstützt die Pflege. Bei Menschen in der außerklinischen Intensivpflege, die viel liegen, sind Lagerung, Mobilisation und Hautbeobachtung ohnehin feste Bestandteile der Versorgung. So erhalten Familien in Hannover und der Region verlässliche Unterstützung und mehr Sicherheit im Alltag.
Häufige Fragen
Sind Wassereinlagerungen in den Beinen im Alter gefährlich?
Nicht immer. Leichte Schwellungen am Abend können harmlos sein. Neue, zunehmende oder einseitige Schwellungen sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden, weil eine behandlungsbedürftige Ursache dahinterstecken kann.
Soll ich weniger trinken, wenn die Beine anschwellen?
Bitte nicht auf eigene Faust. Zu wenig Flüssigkeit kann anderen Beschwerden Vorschub leisten. Ob eine bestimmte Trinkmenge sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Kann ich Kompressionsstrümpfe einfach in der Apotheke kaufen?
Kompressionsstrümpfe sollten nur nach ärztlicher Rücksprache getragen werden, da sie nicht für jede Erkrankung geeignet sind. Bei einer Verordnung werden sie fachgerecht angemessen.
Hilft Hochlegen wirklich?
Für viele Menschen ist das Hochlagern der Beine angenehm und entlastend. Bei Herzschwäche oder Atemnot sollte die passende Lagerung jedoch ärztlich besprochen werden.
Sie möchten sich zur Pflege bei Wassereinlagerungen in den Beinen beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.