Infektschutz im Winter in Hannover: So schützen Sie Pflegebedürftige zu Hause

Infektschutz im Winter in Hannover: So schützen Sie Pflegebedürftige zu Hause

Wenn die Tage in Hannover kürzer und kälter werden, beginnt auch die Zeit der Erkältungen und Grippewellen. Für gesunde Menschen ist ein Schnupfen meist lästig, aber harmlos. Für pflegebedürftige, ältere oder beatmete Menschen kann schon ein vermeintlich leichter Infekt zu einer ernsten Belastung werden. Guter Infektschutz in der Pflege ist deshalb gerade im Winter ein wichtiges Anliegen für Familien, Angehörige und Pflegekräfte.

In diesem Ratgeber zeigen wir, warum pflegebedürftige Menschen besonders gefährdet sind, welche Hygienemaßnahmen im Alltag wirklich helfen, wie Sie Besuche gut gestalten und worauf bei beatmeten Menschen zu Hause besonders zu achten ist. Vieles davon ist einfach umzusetzen und schenkt allen Beteiligten mehr Sicherheit.

Warum pflegebedürftige Menschen im Winter besonders gefährdet sind

In der kalten Jahreszeit verbringen wir mehr Zeit in geschlossenen Räumen, oft mit wenig Frischluft. Atemwegserreger wie Erkältungs- und Grippeviren verbreiten sich dann leichter. Hinzu kommt, dass das Immunsystem im Alter und bei chronischen Erkrankungen oft weniger kräftig reagiert.

Besonders gefährdet sind Menschen mit Lungenerkrankungen wie COPD, mit Herzschwäche, Diabetes oder Schluckstörungen, bettlägerige Menschen sowie Menschen, die über ein Tracheostoma oder eine Maske beatmet werden. Bei ihnen kann aus einer einfachen Atemwegsinfektion schneller eine Lungenentzündung werden. Auch Krankheitsphasen, in denen weniger gegessen und getrunken wird, schwächen die Abwehr zusätzlich.

Händehygiene: der wichtigste Schutz

Viele Erreger werden über die Hände weitergegeben. Deshalb ist gründliches Händewaschen die einfachste und zugleich wirksamste Maßnahme beim Infektschutz in der Pflege.

  • Wann: nach dem Heimkommen, vor dem Essen und Zubereiten von Mahlzeiten, nach dem Naseputzen, nach dem Toilettengang und vor sowie nach jedem direkten Pflegekontakt.
  • Wie: Hände mit Seife etwa 20 bis 30 Sekunden waschen, auch zwischen den Fingern und an den Daumen, danach gründlich abtrocknen.
  • Desinfektion: Bei pflegerischen Tätigkeiten, etwa am Tracheostoma oder bei Kathetern, ist eine hygienische Händedesinfektion wichtig. Lassen Sie sich die richtige Technik vom Pflegedienst zeigen.
  • Eigene Handtücher: Die pflegebedürftige Person sollte eigene Handtücher nutzen, die regelmäßig gewechselt werden.

Trockene, rissige Haut im Winter erschwert eine gute Händehygiene. Eine pflegende Handcreme nach dem Waschen hilft, die Haut gesund zu halten.

Frische Luft und ein gesundes Raumklima

Regelmäßiges Stoßlüften für einige Minuten, mehrmals am Tag, verringert die Zahl der Erreger in der Raumluft. Dabei sollte die pflegebedürftige Person warm zugedeckt sein und nicht im Luftzug liegen. Gekippte Fenster über Stunden kühlen die Wände aus, bringen aber wenig Luftaustausch.

Sehr trockene Heizungsluft kann die Schleimhäute austrocknen. Eine angenehme Raumtemperatur, ausreichendes Trinken und bei Bedarf Maßnahmen zur Luftbefeuchtung können helfen. Bei beatmeten Menschen wird die Befeuchtung der Atemluft über das Beatmungssystem ärztlich und pflegerisch festgelegt.

Besuche im Winter gut gestalten

Besuche von Familie und Freunden sind wertvoll und tun gut, gerade in der dunklen Jahreszeit. Niemand soll aus Angst vor Infekten vereinsamen. Mit ein paar klaren Absprachen lassen sich Nähe und Schutz gut verbinden:

  • Wer erkältet ist, Fieber, Husten oder Magen-Darm-Beschwerden hat, verschiebt den Besuch oder telefoniert stattdessen.
  • Beim Ankommen zuerst die Hände waschen.
  • Bei leichten Erkältungszeichen, wenn ein Besuch unbedingt nötig ist, eine Maske tragen und Abstand halten. Bei sehr gefährdeten Menschen besprechen Sie das am besten vorab mit dem Pflegeteam.
  • Größere Besuchergruppen auf mehrere Tage verteilen.
  • Kinder, die gerade einen Infekt hatten, lieber erst nach dem Abklingen zu Besuch kommen lassen.

Ein freundlicher Hinweis an der Haustür oder eine Nachricht in der Familiengruppe kann helfen, ohne dass sich jemand ausgeladen fühlt. Videoanrufe sind in Krankheitsphasen eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben.

Besondere Sorgfalt bei beatmeten Menschen zu Hause

In der außerklinischen Intensivpflege ist Hygiene ohnehin ein zentraler Bestandteil des Alltags. Im Winter verdient sie besondere Aufmerksamkeit, denn Atemwegsinfekte können bei beatmeten Menschen schnell ernst werden.

Atemwege und Beatmungszubehör

Das Absaugen, die Tracheostomapflege und der Wechsel von Filtern, Schläuchen und weiterem Zubehör erfolgen nach festgelegten hygienischen Abläufen und den Herstellervorgaben. Angehörige, die einzelne Tätigkeiten übernehmen, sollten genau eingewiesen sein. Im Zweifel lieber einmal mehr nachfragen.

Veränderungen früh bemerken

Mehr oder zäheres Sekret, eine veränderte Farbe, Fieber, schnellere Atmung, sinkende Sauerstoffwerte oder ein veränderter Allgemeinzustand können auf eine Infektion hindeuten. Pflegefachkräfte beobachten diese Zeichen genau, dokumentieren sie und informieren die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Mundpflege und Lagerung

Eine sorgfältige Mundpflege und eine angemessene Oberkörperhochlagerung, soweit ärztlich vorgesehen, tragen dazu bei, das Risiko einer Lungenentzündung zu verringern.

Abwehrkräfte im Alltag stärken

Ein gutes Immunsystem lässt sich nicht auf Knopfdruck herstellen. Dennoch tragen einige Dinge zu einer besseren Ausgangslage bei:

  • ausgewogene, abwechslungsreiche Mahlzeiten, angepasst an Kaufähigkeit und Appetit
  • ausreichendes Trinken, auch wenn der Durst im Winter oft geringer ist
  • Bewegung und Mobilisation, so weit wie möglich
  • Tageslicht, zum Beispiel ein kurzer Aufenthalt am Fenster oder ein Spaziergang an milderen Tagen
  • erholsamer Schlaf und ein ruhiger Tagesrhythmus

Zu Impfungen gibt es offizielle Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Welche Impfungen für einen pflegebedürftigen Menschen und seine Angehörigen sinnvoll sind, besprechen Sie bitte mit Ihrer Hausarztpraxis.

Wenn doch ein Infekt auftritt

Trotz aller Vorsicht lässt sich nicht jede Erkältung vermeiden. Wichtig ist dann, aufmerksam zu bleiben und frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, besonders bei chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen. Wer selbst erkrankt ist und pflegt, sollte konsequent auf Händehygiene achten, eine Maske tragen und wenn möglich Unterstützung organisieren.

Wenden Sie sich an die Hausarztpraxis oder außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, wenn Fieber, anhaltender Husten, deutliche Schwäche oder Appetitlosigkeit auftreten. Rufen Sie sofort den Notruf 112 bei Atemnot, bläulichen Lippen, starken Brustschmerzen, Bewusstseinsstörungen, plötzlicher starker Verwirrtheit oder wenn sich der Zustand rasch verschlechtert. Bei beatmeten Menschen gelten zusätzlich die individuell festgelegten Notfallpläne.

Wie ein Pflegedienst in Hannover unterstützen kann

Ein erfahrener ambulanter Pflegedienst bringt Hygienewissen in den Alltag zu Hause. Pflegefachkräfte achten auf die richtigen Abläufe, leiten Angehörige an, beobachten den Gesundheitszustand genau und erkennen Veränderungen früh. In der außerklinischen Intensivpflege in Hannover und der Region begleiten sie beatmete Menschen rund um die Uhr und stimmen sich eng mit Ärztinnen, Ärzten und Therapeuten ab. So wird Infektschutz in der Pflege zu einer gemeinsamen Aufgabe, die Familien nicht allein tragen müssen.

Häufige Fragen

Dürfen Enkel im Winter zu Besuch kommen?

Ja, Besuche sind wichtig. Gesunde Kinder sind willkommen. Bei Erkältungszeichen oder kurz nach einem Infekt ist es besser, den Besuch zu verschieben oder per Video in Kontakt zu bleiben.

Reicht Händewaschen oder brauche ich Desinfektionsmittel?

Im Alltag ist gründliches Händewaschen meist ausreichend. Bei pflegerischen Tätigkeiten, etwa an Kathetern oder dem Tracheostoma, ist eine hygienische Händedesinfektion wichtig.

Welche Impfungen sind für Pflegebedürftige sinnvoll?

Das hängt von Alter, Erkrankungen und Vorgeschichte ab. Die STIKO gibt Empfehlungen heraus, die individuelle Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Hausarztpraxis.

Was tun, wenn ich als pflegender Angehöriger selbst krank werde?

Achten Sie besonders auf Händehygiene, tragen Sie eine Maske und halten Sie, wo möglich, Abstand. Suchen Sie frühzeitig Unterstützung, zum Beispiel durch Familie oder einen Pflegedienst.

Sie möchten sich zum Infektschutz in der Pflege zu Hause beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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