Osteoporose entwickelt sich meist leise. Über Jahre verliert der Knochen an Dichte und Stabilität, ohne dass es schmerzt. Oft fällt die Erkrankung erst auf, wenn nach einem harmlosen Sturz das Handgelenk, ein Wirbelkörper oder die Hüfte bricht. Osteoporose im Alter ist häufig und betrifft Frauen wie Männer. Für Betroffene und Angehörige stellt sich dann die Frage, wie der Alltag zu Hause sicher gestaltet werden kann, ohne die Freude an Bewegung und Selbstständigkeit zu verlieren.
In diesem Ratgeber erklären wir verständlich, was bei Osteoporose im Knochen passiert, wie Bewegung, Ernährung und ein sicheres Zuhause helfen können, wie die Pflege nach einem Knochenbruch gelingt und wann ärztlicher Rat wichtig ist.
Was ist Osteoporose?
Knochen sind lebendiges Gewebe, das ständig ab- und wieder aufgebaut wird. Mit zunehmendem Alter überwiegt der Abbau. Bei Osteoporose ist dieser Verlust so ausgeprägt, dass die innere Struktur des Knochens porös wird und er leichter bricht. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören höheres Alter, die Wechseljahre bei Frauen, Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen, bestimmte Erkrankungen und die langfristige Einnahme mancher Medikamente, etwa Kortison. Auch eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.
Anzeichen, die aufmerksam machen sollten
Weil Osteoporose lange keine Beschwerden verursacht, lohnt es sich, auf indirekte Hinweise zu achten:
- ein Knochenbruch nach einem leichten Sturz oder ohne erkennbaren Anlass
- plötzliche, starke Rückenschmerzen, die auf einen Wirbelbruch hindeuten können
- eine zunehmend gebeugte Haltung oder ein runder Rücken
- eine sichtbare Abnahme der Körpergröße über die Jahre
Wenn Ihnen solche Veränderungen auffallen, sprechen Sie mit der Hausarztpraxis. Dort kann entschieden werden, ob eine Knochendichtemessung oder weitere Untersuchungen sinnvoll sind. In Hannover und der Region gibt es zudem orthopädische und endokrinologische Praxen, an die bei Bedarf überwiesen wird.
Behandlung gehört in ärztliche Hände
Ob und welche Medikamente bei Osteoporose sinnvoll sind, ist eine individuelle ärztliche Entscheidung. Dazu können auch Präparate mit Vitamin D und Calcium gehören. Nehmen Sie solche Mittel nicht auf eigene Faust ein und verändern Sie eine verordnete Behandlung nicht ohne Rücksprache. Wenn Ihr Angehöriger viele Medikamente einnimmt, kann ein übersichtlicher Medikationsplan helfen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum Medikamentenmanagement zu Hause.
Bewegung: Der Knochen braucht Belastung
Es klingt zunächst widersprüchlich, doch gerade bei brüchigen Knochen ist Bewegung wichtig. Knochen werden durch Belastung angeregt, und kräftige Muskeln stabilisieren den Körper und schützen vor Stürzen. Geeignet sind zum Beispiel Spaziergänge, Treppensteigen mit Geländer, leichtes Krafttraining und Übungen für Gleichgewicht und Koordination. Viele Sportvereine und Einrichtungen in Hannover bieten Funktionstraining oder Rehasport an, der ärztlich verordnet werden kann.
Vorsicht ist bei ruckartigen Bewegungen, starkem Vorbeugen mit rundem Rücken und dem Heben schwerer Lasten geboten. Welche Übungen im Einzelfall passen, zeigt am besten eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut.
Ernährung für starke Knochen
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Knochengesundheit. Calcium steckt zum Beispiel in Milchprodukten, Käse, grünem Gemüse wie Grünkohl oder Brokkoli und in calciumreichem Mineralwasser. Vitamin D bildet der Körper vor allem mit Hilfe von Sonnenlicht. Kurze Aufenthalte im Freien, etwa auf dem Balkon oder bei einem Spaziergang an der Eilenriede, tun deshalb doppelt gut. Ebenso wichtig ist genügend Eiweiß, damit die Muskeln erhalten bleiben. Wenn ein älterer Mensch wenig isst oder ungewollt abnimmt, sollte das ärztlich besprochen werden. Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Mangelernährung im Alter.
Stürze vermeiden: Das Zuhause sicher machen
Bei Osteoporose im Alter ist der wirksamste Schutz vor Knochenbrüchen oft, Stürze zu verhindern. Schon kleine Veränderungen in der Wohnung machen viel aus:
- Stolperfallen wie lose Teppiche, Kabel und Türschwellen beseitigen oder sichern
- für gute Beleuchtung sorgen, auch nachts auf dem Weg zur Toilette
- Haltegriffe im Bad und an der Toilette anbringen, rutschfeste Matten verwenden
- häufig genutzte Dinge in greifbarer Höhe lagern, damit niemand auf Stühle oder Leitern steigen muss
- feste, gut sitzende Schuhe statt offener Pantoffeln tragen
Auch Sehkraft, Hörvermögen und Medikamente, die schwindelig machen können, sollten regelmäßig ärztlich überprüft werden. Weitere Tipps lesen Sie in unseren Beiträgen zur Sturzprophylaxe zu Hause und zur Wohnraumanpassung für die Pflege.
Ein Hausnotrufsystem kann zusätzliche Sicherheit geben, besonders für Menschen, die allein leben. Für manche ist auch ein Hüftschutz, sogenannte Hüftprotektoren, eine Option. Ob das sinnvoll ist, können Sie mit Pflegefachkräften oder der Hausarztpraxis besprechen.
Pflege nach einem Knochenbruch
Ein Bruch, etwa an der Hüfte oder an einem Wirbel, ist für ältere Menschen ein tiefer Einschnitt. Nach der Behandlung im Krankenhaus und gegebenenfalls einer Reha geht es zu Hause darum, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Wichtig sind dabei eine gute Schmerzbehandlung nach ärztlicher Vorgabe, schrittweise Mobilisation und Unterstützung bei der Körperpflege und im Haushalt. Halten Sie sich an die Hinweise der Ärztinnen, Ärzte und Therapeuten, welche Bewegungen vorerst vermieden werden sollten. Hinweise zum Umgang mit Schmerzen finden Sie in unserem Beitrag zum Schmerzmanagement zu Hause.
Viele Betroffene entwickeln nach einem Sturz Angst, erneut zu fallen, und bewegen sich dann weniger. Das kann jedoch die Muskeln weiter schwächen. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen behutsam, begleiten Sie die ersten Wege und feiern Sie kleine Fortschritte gemeinsam.
Denken Sie auch an sich selbst. Die Pflege nach einem Bruch kann über Wochen viel Zeit und Kraft kosten. Nehmen Sie Unterstützung an, etwa durch einen ambulanten Pflegedienst, Nachbarn oder weitere Familienmitglieder, und informieren Sie sich bei Ihrer Pflegekasse über mögliche Leistungen. Hinweise finden Sie in unserem Beitrag zum Thema pflegende Angehörige entlasten.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
- bei neuen, starken Rücken- oder Gelenkschmerzen
- nach jedem Sturz, auch wenn zunächst keine Verletzung sichtbar ist
- wenn Ihr Angehöriger nicht mehr auftreten kann oder ein Bein verkürzt oder verdreht wirkt, dann rufen Sie den Notruf 112
- bei Fragen zu Nebenwirkungen der verordneten Medikamente
Osteoporose im Alter: Begleitung durch ARCHIMED in Hannover
ARCHIMED unterstützt ältere Menschen in Hannover, zum Beispiel in Döhren, in Vahrenwald oder in Ricklingen, und in der Region Hannover in der ambulanten Pflege. Unsere Pflegefachkräfte helfen bei der Körperpflege und Mobilisation, achten auf Sturzrisiken in der Wohnung, unterstützen nach ärztlicher Verordnung bei der Medikamentengabe und beraten Angehörige zu Hilfsmitteln. Dabei arbeiten wir eng mit Hausarztpraxen und Therapeutinnen und Therapeuten zusammen.
Häufige Fragen
Kann man mit Osteoporose noch Sport treiben?
In vielen Fällen ja, und Bewegung ist sogar wichtig. Welche Sportarten und Übungen geeignet sind, sollte ärztlich und physiotherapeutisch abgestimmt werden.
Reicht es, mehr Milch zu trinken?
Calcium ist wichtig, doch Knochengesundheit hängt von vielen Faktoren ab, darunter Vitamin D, Bewegung und Eiweiß. Ob eine Behandlung nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Ist Osteoporose nur ein Frauenthema?
Nein. Frauen sind häufiger betroffen, aber auch Männer können Osteoporose entwickeln, besonders im höheren Alter oder bei bestimmten Risikofaktoren.
Wie kann ich meinem Angehörigen die Angst vor Stürzen nehmen?
Eine sichere Wohnung, passende Hilfsmittel, gezieltes Training und Begleitung bei den ersten Schritten geben Vertrauen. Sprechen Sie Ängste offen an und lassen Sie sich von Fachleuten beraten.
Sie möchten sich zur Pflege bei Osteoporose im Alter beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.