Kontrakturenprophylaxe zu Hause in Hannover: Gelenke beweglich halten

Kontrakturenprophylaxe zu Hause in Hannover: Gelenke beweglich halten

Wer lange im Bett liegt oder viel sitzt, bewegt seine Gelenke oft nur noch wenig. Was zunächst harmlos wirkt, kann mit der Zeit Folgen haben: Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln verkürzen sich, und ein Arm, ein Knie oder eine Hand lässt sich irgendwann nicht mehr richtig strecken. Man spricht dann von einer Kontraktur. Sie kann Schmerzen verursachen, die Pflege erschweren und ein Stück Selbstständigkeit kosten. Die gute Nachricht: Mit gezielter Kontrakturenprophylaxe zu Hause lässt sich vielen Versteifungen vorbeugen.

In diesem Ratgeber erklären wir, wer besonders gefährdet ist, woran Sie erste Anzeichen erkennen, was im Alltag hilft und wie Pflegedienst, Physiotherapie und Angehörige gut zusammenarbeiten.

Was ist eine Kontraktur?

Eine Kontraktur ist eine dauerhafte Bewegungseinschränkung eines Gelenks. Wird ein Gelenk über längere Zeit kaum bewegt oder immer in derselben Haltung gehalten, passen sich die umliegenden Strukturen an diese Haltung an. Häufig betroffen sind Schultern, Ellenbogen, Hände und Finger, Hüften, Knie und die Sprunggelenke. Ein typisches Beispiel ist der sogenannte Spitzfuß, bei dem der Fuß dauerhaft nach unten zeigt, weil er lange ohne Gegenhalt im Bett lag.

Kontrakturen entstehen meist schleichend. Gerade deshalb ist Vorbeugung so wichtig, denn eine einmal entstandene Versteifung lässt sich oft nur mühsam oder nicht vollständig zurückbilden.

Wer ist besonders gefährdet?

Ein erhöhtes Risiko haben vor allem Menschen, die sich wenig oder gar nicht selbst bewegen können, zum Beispiel:

  • bettlägerige Menschen und Menschen, die überwiegend im Rollstuhl sitzen,
  • Menschen nach einem Schlaganfall, besonders bei Lähmungen oder erhöhter Muskelspannung,
  • Menschen mit Multipler Sklerose, Parkinson, ALS oder einer Querschnittlähmung,
  • Menschen im Wachkoma oder mit schweren Hirnschädigungen,
  • Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die sich zunehmend zusammenkrümmen,
  • Menschen mit starken Schmerzen, die eine Schonhaltung einnehmen.

Auch eine längere Phase der Bettruhe nach einer Operation oder einem Krankenhausaufenthalt kann ausreichen, damit erste Einschränkungen entstehen.

Erste Anzeichen erkennen

Achten Sie im Alltag darauf, ob sich etwas verändert. Hinweise können sein:

  • Ein Gelenk lässt sich nicht mehr so weit beugen oder strecken wie früher.
  • Beim Bewegen, Anziehen oder Waschen treten Schmerzen oder Abwehrspannung auf.
  • Die Hand bleibt zur Faust geschlossen oder die Finger lassen sich schwer öffnen.
  • Die Beine bleiben im Liegen dauerhaft angewinkelt.
  • Der Fuß zeigt im Liegen dauerhaft nach unten.

Wenn Ihnen so etwas auffällt, sprechen Sie den Pflegedienst oder den Hausarzt an. Je früher gegengesteuert wird, desto besser.

Kontrakturenprophylaxe zu Hause: Was im Alltag hilft

Kontrakturenprophylaxe zu Hause ist kein einzelnes Übungsprogramm, sondern zieht sich durch den ganzen Pflegealltag. Jede Pflegehandlung, ob Waschen, Anziehen oder Umlagern, ist eine Gelegenheit, Gelenke behutsam zu bewegen.

Bewegung so oft wie möglich

Am wirksamsten ist das, was der Mensch selbst tun kann. Deshalb wird er bei allem, was er noch selbst schafft, ermutigt und nicht vorschnell abgelöst: die Haare selbst kämmen, beim Anziehen den Arm durch den Ärmel schieben, ein paar Schritte mit Unterstützung gehen. Das hält beweglich und stärkt zugleich das Selbstwertgefühl.

Passives und unterstütztes Durchbewegen

Wo eigene Bewegung nicht mehr ausreicht, werden die Gelenke von Pflegefachkräften oder Therapeuten vorsichtig durchbewegt. Dabei gilt: langsam, ruhig und nur bis zu einem spürbaren Widerstand, niemals in den Schmerz hinein. Ein Gelenk wird immer gut gestützt und nicht ruckartig bewegt. Welche Bewegungen sinnvoll sind und wie oft sie wiederholt werden, legen Physiotherapie und Pflegefachkräfte individuell fest.

Lagerung mit Bedacht

Auch die Lagerung spielt eine große Rolle. Gelenke sollten nicht stundenlang in derselben gebeugten Haltung verharren. Regelmäßige Positionswechsel, kleine Kissen zur Unterstützung und eine Lagerung, die die Füße abstützt, können helfen. Gleichzeitig beugt häufiges Umlagern Druckgeschwüren vor. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zur Dekubitusvorbeugung.

Hilfsmittel nur nach Absprache

In manchen Fällen verordnet der Arzt Schienen oder Lagerungshilfen, die ein Gelenk in einer günstigen Stellung halten. Solche Hilfsmittel sollten nur nach fachlicher Anleitung eingesetzt werden, damit sie nicht drücken oder scheuern. Die Haut darunter wird regelmäßig kontrolliert.

Gute Zusammenarbeit mit Physio- und Ergotherapie

Bei vielen Erkrankungen ist eine ärztlich verordnete Physiotherapie oder Ergotherapie ein wichtiger Baustein. Die Therapeuten kommen bei Bedarf auch nach Hause. Am meisten bringt die Therapie, wenn das Gelernte zwischen den Terminen im Alltag weitergeführt wird. Deshalb ist der Austausch zwischen Therapie, Pflege und Familie so wertvoll: Welche Übungen sollen täglich gemacht werden? Welche Lagerung ist günstig? Worauf muss man bei erhöhter Muskelspannung achten?

Gerade nach einem Schlaganfall lohnt es sich, früh an die Beweglichkeit zu denken. Hinweise dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Pflege nach Schlaganfall.

Wenn Schmerzen die Bewegung bremsen

Viele Menschen bewegen sich weniger, weil es wehtut. Wer Schmerzen hat, nimmt unwillkürlich eine Schonhaltung ein, und genau diese Haltung kann eine Kontraktur begünstigen. Deshalb gehört zu einer guten Vorbeugung auch, Schmerzen ernst zu nehmen und mit dem Arzt über eine passende Behandlung zu sprechen. Manchmal hilft es schon, Bewegungsübungen zeitlich so zu legen, dass ein Schmerzmittel bereits wirkt, oder vorher mit Wärme zu entspannen, sofern das ärztlich unbedenklich ist. Gerade Menschen, die sich nicht mehr gut mitteilen können, zeigen Schmerzen oft nur durch Mimik, Stöhnen oder Abwehr. Solche Signale sollten aufmerksam beobachtet werden.

Wie Angehörige mithelfen können

Angehörige können viel zur Vorbeugung beitragen, ohne selbst zu Therapeuten werden zu müssen:

  • Ermuntern Sie zu Bewegung, auch zu kleinen Dingen wie Händedrücken, Füße kreisen oder Arme heben.
  • Lassen Sie sich von Pflegefachkräften oder Therapeuten zeigen, welche Bewegungen sicher sind.
  • Verbinden Sie Bewegung mit Freude, etwa mit Musik, einem gemeinsamen Spiel oder einem kurzen Spaziergang im Garten.
  • Achten Sie darauf, ob sich Schmerzen oder Abwehr beim Bewegen verändern, und geben Sie diese Beobachtung weiter.

Wichtig ist, nichts zu erzwingen. Wenn ein Gelenk schon steif ist oder Schmerzen bestehen, gehört die Bewegung in fachkundige Hände.

Kontrakturenprophylaxe zu Hause mit ARCHIMED in Hannover

ARCHIMED begleitet Menschen in Hannover, etwa in Kirchrode, in Groß-Buchholz oder in Bothfeld, und in der Region Hannover, sowohl in der ambulanten Pflege als auch in der außerklinischen Intensivpflege. Unsere Pflegefachkräfte bauen Kontrakturenprophylaxe zu Hause ganz selbstverständlich in die tägliche Pflege ein, achten auf eine gute Lagerung, stimmen sich mit Therapeuten und Ärzten ab und zeigen Angehörigen, wie sie sicher mithelfen können.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Gelenke durchbewegt werden?

Das ist individuell verschieden und hängt von der Erkrankung und der Beweglichkeit ab. Sinnvoll ist es, Bewegung über den Tag verteilt in die Pflege einzubauen. Die genauen Empfehlungen geben Physiotherapie und Pflegefachkräfte.

Lässt sich eine bestehende Kontraktur wieder lösen?

Manchmal lässt sich die Beweglichkeit mit Therapie teilweise verbessern, oft aber nur langsam. Deshalb ist es so wichtig, früh vorzubeugen und erste Anzeichen ernst zu nehmen.

Darf ich als Angehöriger selbst Übungen machen?

Ja, wenn Sie vorher angeleitet wurden und nur bis zu einem leichten Widerstand bewegen. Bei Schmerzen oder Unsicherheit sprechen Sie bitte zuerst mit dem Pflegedienst oder der Physiotherapie.

Hilft Kontrakturenprophylaxe auch bei Menschen mit Demenz?

Ja. Hier braucht es besonders viel Geduld, eine ruhige Ansprache und vertraute Abläufe. Oft gelingt Bewegung am besten, wenn sie in alltägliche Tätigkeiten eingebunden wird.

Sie möchten sich zur Kontrakturenprophylaxe zu Hause beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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