Treppensteigen wird zur Herausforderung, das Duschen kostet Kraft, und schon das Anziehen kann außer Atem bringen: Für Menschen mit COPD ist Luftnot oft ein ständiger Begleiter. Auch für Angehörige ist das belastend, denn kaum etwas ist schwerer auszuhalten, als einen geliebten Menschen nach Luft ringen zu sehen. COPD Pflege zu Hause bedeutet deshalb vor allem, den Alltag so zu gestalten, dass er mit den vorhandenen Kräften gelingt, und rechtzeitig die passende Unterstützung zu finden.
In diesem Ratgeber erklären wir, was bei COPD im Alltag hilft, wie Sie Atemnot begegnen können, warum der Schutz vor Infekten so wichtig ist und welche Rolle ein Pflegedienst in Hannover und der Region übernehmen kann.
Was COPD für den Alltag bedeutet
COPD ist eine chronische Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege dauerhaft verengt sind. Typisch sind Husten, Auswurf und Atemnot, zunächst bei Belastung, später oft auch in Ruhe. Die Erkrankung verläuft meist schleichend, kann sich aber durch Infekte plötzlich verschlechtern. Ärzte sprechen dann von einer Exazerbation.
Wie stark die Einschränkungen sind, ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen kommen mit gelegentlicher Hilfe gut zurecht, andere brauchen Unterstützung bei fast allen Tätigkeiten oder sind auf Sauerstoff oder eine Atemunterstützung angewiesen. Die Behandlung legt immer der Arzt fest, häufig ein Lungenfacharzt. Die Pflege zu Hause baut darauf auf.
COPD Pflege zu Hause: Kräfte gut einteilen
Den Tag planen
Wer wenig Luft hat, hat auch wenig Energie. Hilfreich ist, anstrengende Tätigkeiten über den Tag zu verteilen und Pausen fest einzuplanen. Duschen und Einkaufen am selben Vormittag ist oft zu viel. Besser ist es, Prioritäten zu setzen: Was ist heute wirklich wichtig, was kann warten, was kann jemand anderes übernehmen?
Im Sitzen statt im Stehen
Viele Tätigkeiten lassen sich im Sitzen erledigen, etwa Zähneputzen, Rasieren oder Gemüse schneiden. Ein Hocker im Bad, ein Duschstuhl und Dinge des täglichen Bedarfs in greifbarer Höhe sparen Kraft. Ein Bademantel statt Abtrocknen mit dem Handtuch ist ein kleiner, aber wirksamer Trick.
In Bewegung bleiben
Auch wenn es paradox klingt: Wer sich aus Angst vor Atemnot kaum noch bewegt, verliert Kraft, und die Atemnot nimmt eher zu. Angepasste Bewegung nach ärztlicher Rücksprache ist deshalb wichtig. Kurze Spaziergänge, Übungen aus der Physiotherapie oder eine Lungensportgruppe, wie es sie auch in Hannover gibt, können helfen. Das richtige Maß bespricht Ihr Angehöriger am besten mit dem behandelnden Arzt.
Atemnot im Alltag begegnen
Akute Luftnot macht Angst, und Angst verstärkt die Atemnot. Diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist ein wichtiger Teil der Begleitung. Atemtherapeuten und Physiotherapeuten vermitteln Techniken, die vielen Betroffenen helfen, zum Beispiel:
- die Lippenbremse, bei der langsam gegen locker aufeinanderliegende Lippen ausgeatmet wird,
- atemerleichternde Haltungen wie den Kutschersitz, bei dem die Unterarme auf den Oberschenkeln aufgestützt werden,
- ruhige, bewusste Atmung in Momenten der Anspannung.
Als Angehöriger können Sie viel tun, indem Sie selbst ruhig bleiben, langsam sprechen, für frische Luft sorgen und beengende Kleidung lockern. Ob und wann Notfallmedikamente eingesetzt werden, legt der Arzt in einem Plan fest. Halten Sie sich an diesen Plan und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist.
Sauerstoff und nicht-invasive Beatmung
Bei fortgeschrittener COPD verordnet der Arzt manchmal eine Langzeit-Sauerstofftherapie. Was dabei im Alltag wichtig ist, von der Sicherheit bis zur Mobilität, haben wir in unserem Beitrag zur Sauerstofftherapie zu Hause zusammengefasst.
Einige Menschen mit COPD erhalten zusätzlich eine nicht-invasive Beatmung, kurz NIV. Dabei wird die Atmung über eine Maske unterstützt, häufig in der Nacht. Viele Betroffene berichten, dass sie sich tagsüber erholter fühlen, wenn die Atemmuskulatur nachts entlastet wird. Damit das gelingt, muss die Maske gut sitzen, die Haut darunter gepflegt werden und das Gerät zuverlässig funktionieren. Die Eingewöhnung braucht oft Geduld. Ein Pflegedienst mit Erfahrung in der Beatmung kann dabei unterstützen, Druckstellen vorbeugen und auf Veränderungen achten. Die Einstellungen des Geräts verändert ausschließlich das ärztliche Team.
Infekten vorbeugen
Für Menschen mit COPD kann schon eine Erkältung zu einer deutlichen Verschlechterung führen. Deshalb lohnt sich Vorbeugung besonders:
- Regelmäßiges Händewaschen, für Betroffene ebenso wie für Besucher.
- Abstand zu erkälteten Menschen, gerade in der Erkältungszeit.
- Gutes Lüften, ohne die Wohnung auszukühlen.
- Rauchfreie Umgebung, auch für Angehörige und Gäste.
- Fragen nach empfohlenen Impfungen beim Hausarzt oder Lungenfacharzt.
Achten Sie auf Warnzeichen wie zunehmenden Husten, mehr oder verfärbten Auswurf, Fieber oder Atemnot, die stärker ist als gewohnt. Informieren Sie in solchen Fällen frühzeitig den Arzt. Bei schwerer Atemnot, Verwirrtheit oder bläulichen Lippen wählen Sie den Notruf 112.
Ernährung und Gewicht
Atmen kostet bei COPD viel Energie. Manche Betroffene nehmen deshalb ungewollt ab, andere haben Übergewicht, das die Atmung zusätzlich belastet. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag sind oft leichter zu bewältigen als wenige große. Bei Fragen zur passenden Ernährung helfen der Arzt und gegebenenfalls eine Ernährungsberatung weiter.
Die Rolle des Pflegedienstes
Ein ambulanter Pflegedienst kann die Familie in vielen Bereichen entlasten. Dazu gehören je nach Bedarf und Verordnung:
- Unterstützung bei Körperpflege, An- und Auskleiden und Mobilisation, angepasst an die Atemsituation.
- Medikamentengabe und Hilfe bei Inhalationen nach ärztlicher Anordnung.
- Begleitung der Sauerstofftherapie und der nicht-invasiven Beatmung.
- Beobachtung von Atmung, Haut und Allgemeinzustand mit Rückmeldung an den Arzt.
- Anleitung und Beratung von Angehörigen.
Wenn eine dauerhafte Beatmung notwendig wird, kann auch eine außerklinische Intensivpflege infrage kommen. Welche Versorgung passt und welche Leistungen möglich sind, klären Sie gemeinsam mit dem Arzt, der Kranken- oder Pflegekasse und dem Pflegedienst.
Auch die Seele braucht Luft
Ständige Atemnot schränkt nicht nur den Körper ein. Viele Menschen mit COPD ziehen sich zurück, fühlen sich nutzlos oder haben Angst vor dem nächsten Anfall. Auch Angehörige stehen oft unter Dauerspannung. Sprechen Sie diese Gefühle offen an, in der Familie und beim Arzt. Gute COPD Pflege zu Hause schließt auch die seelische Begleitung ein: Zeit für Gespräche, kleine Erfolge, die man gemeinsam feiert, und Kontakte zu anderen Betroffenen, etwa in einer Selbsthilfegruppe in Hannover.
ARCHIMED in Hannover und der Region
ARCHIMED begleitet Menschen mit Lungenerkrankungen in Hannover, etwa in Vahrenwald, Döhren oder Ricklingen, und in der Region Hannover. Unsere Pflegefachkräfte sind mit Sauerstofftherapie und Beatmung vertraut und arbeiten eng mit Hausärzten und Lungenfachärzten zusammen. Wir nehmen uns Zeit, den Alltag gemeinsam mit Ihnen so zu gestalten, dass wieder mehr Luft für das bleibt, was Freude macht.
Häufige Fragen
Kann man mit COPD zu Hause gut versorgt werden?
In vielen Fällen ja. Mit guter ärztlicher Behandlung, einem angepassten Alltag und Unterstützung durch einen Pflegedienst ist die Versorgung zu Hause oft auch bei fortgeschrittener Erkrankung möglich.
Was hilft bei plötzlicher Atemnot?
Ruhe bewahren, eine atemerleichternde Haltung einnehmen und die Lippenbremse anwenden kann helfen. Notfallmedikamente nur nach ärztlichem Plan einsetzen. Bei schwerer Atemnot den Notruf 112 wählen.
Ist nicht-invasive Beatmung dasselbe wie Intensivpflege?
Nicht unbedingt. Viele Menschen nutzen eine Maskenbeatmung nur nachts und leben ansonsten recht selbstständig. Welcher Pflegebedarf besteht, hängt von der individuellen Situation ab.
Ab wann sollte ein Pflegedienst unterstützen?
Am besten, bevor die Familie an ihre Grenzen kommt. Schon bei ersten Schwierigkeiten im Alltag kann ein Beratungsgespräch sinnvoll sein.
Sie möchten sich zur Pflege bei COPD beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.