MS Pflege zu Hause in Hannover: Den Alltag mit Multipler Sklerose gut gestalten

MS Pflege zu Hause in Hannover: Den Alltag mit Multipler Sklerose gut gestalten

Die Diagnose Multiple Sklerose verändert das Leben, für die erkrankte Person ebenso wie für ihre Familie. MS verläuft bei jedem Menschen anders. Manche leben über viele Jahre weitgehend selbstständig, bei anderen nehmen die Einschränkungen schneller zu. Irgendwann stellt sich in vielen Familien die Frage, wie der Alltag zu Hause weiter gut gelingen kann und welche Unterstützung dabei hilft.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der MS Pflege zu Hause ankommt, wie Sie den Alltag an wechselnde Kräfte anpassen können und wann ein ambulanter Pflegedienst oder in fortgeschrittenen Situationen auch eine Intensivpflege sinnvoll sein kann.

Multiple Sklerose: eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

MS ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein: Gangunsicherheit, Muskelsteifigkeit, Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Blasenprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oder eine starke Erschöpfung, die sogenannte Fatigue. Bei manchen Menschen treten Beschwerden in Schüben auf, bei anderen nehmen sie langsam zu.

Für die Pflege bedeutet das vor allem eines: Sie muss flexibel sein. Was heute gut klappt, kann nach einem Schub oder an einem schlechten Tag schwierig werden. Und umgekehrt erholen sich viele Betroffene nach einem Schub wieder ein Stück. Gute Pflege richtet sich deshalb nicht nach einem starren Plan, sondern nach dem Menschen und seinem aktuellen Befinden.

Selbstständigkeit erhalten, so lange es geht

Für viele Menschen mit MS ist es sehr wichtig, möglichst viel selbst zu entscheiden und selbst zu tun. Pflege sollte deshalb unterstützen, nicht abnehmen. Das bedeutet zum Beispiel, beim Waschen nur dort zu helfen, wo es wirklich nötig ist, oder Hilfsmittel so einzusetzen, dass alltägliche Dinge wieder leichter fallen. Auch wenn es manchmal schneller ginge, alles selbst zu erledigen: Die gewonnene Selbstständigkeit ist für das Wohlbefinden oft wertvoller als jede Minute, die man spart.

Den Alltag an die Kräfte anpassen

Mit der Erschöpfung umgehen

Fatigue ist für viele Betroffene eine der belastendsten Beschwerden, und sie ist von außen kaum zu sehen. Hilfreich ist, die Kräfte über den Tag gut einzuteilen. Anstrengende Dinge wie Duschen oder Arzttermine lassen sich auf Zeiten legen, in denen die Energie meist am größten ist. Ruhepausen gehören fest in den Tagesablauf. Angehörige können helfen, indem sie Verständnis zeigen und nicht drängen, wenn einmal nichts geht.

Wärme und Kälte

Viele Menschen mit MS reagieren empfindlich auf Wärme, etwa bei heißem Wetter, in der Sauna oder nach einem sehr warmen Bad. Die Beschwerden können sich dann vorübergehend verstärken. Achten Sie auf angenehme Raumtemperaturen und besprechen Sie individuelle Empfindlichkeiten mit dem Arzt.

Mobilität und Sturzgefahr

Gang- und Gleichgewichtsstörungen erhöhen das Risiko zu stürzen. Freie Laufwege, gute Beleuchtung, Haltegriffe im Bad und passende Gehhilfen oder ein Rollstuhl können viel Sicherheit geben. Physiotherapie und Ergotherapie helfen, Beweglichkeit und Kraft so gut wie möglich zu erhalten. Welche Therapie passt, entscheiden Sie gemeinsam mit den behandelnden Ärzten.

Typische Themen der MS Pflege zu Hause

Je nach Verlauf kann bei der Pflege zu Hause ganz unterschiedliche Unterstützung gebraucht werden. Häufige Themen sind:

  • Hilfe bei Körperpflege, An- und Auskleiden
  • Unterstützung beim Aufstehen, Gehen und beim Transfer, etwa vom Bett in den Rollstuhl
  • Umgang mit Blasen- und Darmproblemen, zum Beispiel Kontinenzversorgung oder Katheterpflege nach ärztlicher Verordnung
  • Hautpflege und Vorbeugung von Druckstellen bei eingeschränkter Beweglichkeit
  • Medikamentengabe und Injektionen nach ärztlicher Verordnung
  • Beobachtung von Veränderungen, etwa bei einem möglichen neuen Schub
  • Unterstützung bei Schluckbeschwerden, wenn diese im Verlauf auftreten

Medizinische Aufgaben wie Injektionen oder Katheterwechsel gehören in die Hände von Pflegefachkräften und erfolgen immer nach ärztlicher Verordnung und in Absprache mit dem Behandlungsteam.

Wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist

Bei einem kleinen Teil der Betroffenen schreitet die MS so weit fort, dass auch die Atmung oder das Schlucken stark beeinträchtigt sind. In solchen Situationen kann eine außerklinische Intensivpflege nötig werden, zum Beispiel wenn eine Beatmung oder eine Trachealkanüle erforderlich ist. Ob und wann das der Fall ist, entscheiden die behandelnden Ärzte gemeinsam mit der betroffenen Person und ihrer Familie. Wichtig ist, solche Fragen frühzeitig und in Ruhe zu besprechen, damit Wünsche und Vorstellungen bekannt sind, bevor eine akute Situation eintritt.

Veränderungen aufmerksam beobachten

Angehörige und Pflegekräfte sehen den Menschen mit MS oft täglich. Dadurch fallen ihnen Veränderungen manchmal früher auf als bei einem kurzen Arzttermin: neue Sehstörungen, eine plötzliche Schwäche in Arm oder Bein, zunehmende Unsicherheit beim Gehen oder Probleme beim Schlucken. Schreiben Sie solche Beobachtungen mit Datum auf und sprechen Sie zeitnah mit dem Hausarzt oder Neurologen. So kann ärztlich eingeschätzt werden, ob es sich um einen neuen Schub handelt und ob etwas an der Behandlung oder Versorgung angepasst werden sollte.

Gefühle haben ihren Platz

MS ist nicht nur eine körperliche Erkrankung. Unsicherheit über den Verlauf, der Verlust von Fähigkeiten und veränderte Rollen in der Familie können sehr belasten. Manche Betroffene ziehen sich zurück, andere werden gereizt oder traurig. Auch Partner und Kinder erleben oft ein Wechselbad der Gefühle. Sprechen Sie offen miteinander und holen Sie sich Unterstützung, wenn es zu viel wird. In Hannover und der Region gibt es Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote für Menschen mit MS und ihre Angehörigen, in denen man sich mit anderen austauschen kann, die Ähnliches erleben.

Angehörige brauchen auch Entlastung

Viele Partner und Kinder übernehmen über Jahre einen großen Teil der Pflege, oft neben Beruf und Familie. Weil MS meist lange verläuft, ist es besonders wichtig, die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen. Ein ambulanter Pflegedienst kann einzelne Aufgaben übernehmen, zum Beispiel die Morgenpflege oder medizinische Leistungen, damit Angehörige Luft zum Durchatmen haben. Lassen Sie sich frühzeitig beraten, welche Unterstützung in Ihrer Situation möglich ist und welche Leistungen der Kranken- und Pflegekasse in Frage kommen.

Gute Zusammenarbeit im Netzwerk

Bei MS sind oft viele Fachleute beteiligt: Hausarzt, Neurologe, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und der Pflegedienst. Je besser alle miteinander im Austausch sind, desto runder läuft die Versorgung. Ein Pflegedienst, der Veränderungen beobachtet und weitergibt, kann dazu beitragen, dass Ärzte rechtzeitig reagieren können. Hilfreich ist eine gemeinsame Mappe oder ein Übergabeheft, in dem wichtige Informationen, Medikamente und Kontaktdaten gesammelt sind.

ARCHIMED in Hannover und der Region

ARCHIMED unterstützt Menschen mit Multipler Sklerose und ihre Familien in Hannover und Umgebung, von der ambulanten Pflege bis zur außerklinischen Intensivpflege. Wir passen die Versorgung an den individuellen Verlauf an, arbeiten eng mit Ärzten und Therapeuten zusammen und achten darauf, dass Selbstständigkeit und Lebensqualität im Mittelpunkt bleiben.

Häufige Fragen

Ab wann braucht ein Mensch mit MS einen Pflegedienst?

Das ist sehr individuell. Viele Familien holen sich Unterstützung, wenn einzelne Alltagsaufgaben zu anstrengend werden oder medizinische Leistungen nötig sind. Ein Beratungsgespräch kann helfen, den passenden Zeitpunkt zu finden.

Kann die Pflege an Schübe angepasst werden?

Ja. Gute ambulante Pflege ist flexibel. Nach Absprache kann die Unterstützung bei einem Schub vorübergehend erhöht und später wieder reduziert werden.

Ist bei MS auch eine Intensivpflege zu Hause möglich?

Wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist und zum Beispiel eine Beatmung nötig wird, kann eine außerklinische Intensivpflege zu Hause in Frage kommen. Das wird mit den behandelnden Ärzten abgeklärt.

Wo finden Angehörige in Hannover Unterstützung?

Neben dem Pflegedienst bieten Pflegeberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und die Kranken- und Pflegekassen Beratung und Austausch an.

Sie möchten sich zur Pflege bei Multipler Sklerose beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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