Thromboseprophylaxe zu Hause in Hannover: Blutgerinnseln sicher vorbeugen

Thromboseprophylaxe zu Hause in Hannover: Blutgerinnseln sicher vorbeugen

Nach einer Operation, während einer schweren Erkrankung oder wenn jemand dauerhaft bettlägerig ist, bewegt sich der Körper nur noch wenig. Was viele nicht wissen: Gerade dann fließt das Blut in den Beinen langsamer, und es kann sich leichter ein Blutgerinnsel bilden. Eine solche Thrombose bleibt manchmal zunächst unbemerkt, kann aber gefährlich werden, wenn sich ein Gerinnsel löst und in die Lunge gelangt. Eine gute Thromboseprophylaxe zu Hause hilft, dieses Risiko zu senken. Viele Maßnahmen sind einfach und lassen sich gut in den Pflegealltag einbauen.

In diesem Ratgeber erklären wir, wer besonders gefährdet ist, was im Alltag vorbeugt, welche Warnzeichen Sie kennen sollten und wann Sie sofort den Notruf wählen müssen.

Was ist eine Thrombose?

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, meist in einer tiefen Vene im Bein oder Becken. Das Gerinnsel kann den Blutfluss behindern. Besonders gefährlich ist es, wenn sich ein Teil davon löst und mit dem Blutstrom in die Lunge gespült wird. Dann spricht man von einer Lungenembolie, einem medizinischen Notfall.

Normalerweise helfen die Muskeln der Beine dabei, das Blut zurück zum Herzen zu pumpen. Bei jedem Schritt drücken sie die Venen zusammen, ähnlich wie eine Pumpe. Fehlt diese Bewegung, staut sich das Blut leichter. Deshalb steht Bewegung im Mittelpunkt jeder Vorbeugung.

Wer ist besonders gefährdet?

Das Risiko für eine Thrombose ist nicht bei allen Menschen gleich. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • Bettlägerigkeit oder lange Phasen im Sitzen,
  • die Zeit nach einer Operation, besonders an Hüfte, Knie oder im Bauchraum,
  • Lähmungen, etwa nach einem Schlaganfall oder bei Querschnittlähmung,
  • Herzschwäche, Krebserkrankungen oder schwere Infekte,
  • eine frühere Thrombose oder Lungenembolie,
  • höheres Alter, starkes Übergewicht oder Krampfadern,
  • zu wenig Flüssigkeit im Körper.

Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, beurteilt der Arzt. Er entscheidet auch, ob neben den pflegerischen Maßnahmen eine medikamentöse Vorbeugung nötig ist.

Thromboseprophylaxe zu Hause: Was im Alltag hilft

Bewegung, so viel wie möglich

Jede Bewegung zählt. Wer aufstehen kann, sollte, soweit ärztlich erlaubt, regelmäßig ein paar Schritte gehen, auch wenn es nur durch die Wohnung ist. Wer im Bett liegt, kann viele Übungen trotzdem machen:

  • Füße abwechselnd anziehen und strecken, wie beim Treten eines Pedals,
  • Fußkreisen in beide Richtungen,
  • Zehen einkrallen und wieder lösen,
  • Beine abwechselnd anwinkeln und strecken,
  • die Wadenmuskulatur bewusst anspannen und wieder entspannen.

Schon einige Wiederholungen mehrmals am Tag regen die Muskelpumpe an. Kann jemand sich nicht selbst bewegen, übernehmen Pflegefachkräfte oder Physiotherapie das sanfte Durchbewegen. Angehörige können nach Anleitung gut mithelfen. Das hat einen schönen Nebeneffekt: Auch Gelenke bleiben beweglich, wie wir in unserem Beitrag zur Kontrakturenprophylaxe beschreiben.

Tiefes Atmen

Auch die Atmung unterstützt den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Einige bewusste, tiefe Atemzüge mehrmals am Tag sind deshalb eine einfache Ergänzung, die zugleich der Lunge guttut.

Ausreichend trinken

Wer zu wenig trinkt, hat dickflüssigeres Blut. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Angehöriger über den Tag verteilt genug Flüssigkeit bekommt. Ein Getränk in Sichtweite und feste Trinkzeiten helfen. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen klären Sie die passende Trinkmenge bitte mit dem Arzt.

Lagerung der Beine

Manchmal empfiehlt der Arzt, die Beine leicht erhöht zu lagern. Wichtig ist, dass dabei nichts abschnürt und die Kniekehlen nicht dauerhaft abgeknickt oder gedrückt werden. Enge Bündchen, zu straffe Kleidung und übereinandergeschlagene Beine sollten Sie vermeiden.

Feste Routinen schaffen

Thromboseprophylaxe zu Hause wirkt am besten, wenn sie selbstverständlich zum Tag gehört. Verbinden Sie die Fußübungen zum Beispiel mit festen Zeitpunkten wie dem Aufwachen, den Mahlzeiten oder den Nachrichten im Radio. Ein kleiner Zettel am Bett oder ein gemeinsamer Plan mit dem Pflegedienst hilft allen Beteiligten, den Überblick zu behalten. Und wenn Ihr Angehöriger einmal keine Lust hat: Schon wenige Bewegungen sind besser als keine.

Kompressionsstrümpfe und Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung

Medizinische Kompressionsstrümpfe können den Blutfluss in den Venen unterstützen. Sie sind aber nicht für jeden geeignet, zum Beispiel nicht bei bestimmten Durchblutungsstörungen der Arterien. Deshalb gilt: Kompressionsstrümpfe nur tragen, wenn der Arzt sie verordnet hat, und nur in der richtigen, angepassten Größe. Schlecht sitzende Strümpfe können einschnüren, Druckstellen verursachen oder die Haut verletzen. Achten Sie darauf, dass sie faltenfrei sitzen, und schauen Sie täglich nach der Haut darunter.

In manchen Situationen verordnet der Arzt zusätzlich gerinnungshemmende Medikamente, etwa als Spritze oder Tablette. Diese müssen genau so angewendet werden, wie es verordnet wurde. Ändern Sie nichts eigenmächtig und informieren Sie den Arzt, wenn Ihnen blaue Flecken, Zahnfleischbluten oder andere Blutungen auffallen. Die Gabe von Spritzen kann im Rahmen der Behandlungspflege auch durch einen Pflegedienst erfolgen, wenn sie ärztlich verordnet ist.

Warnzeichen einer Thrombose

Eine Thrombose im Bein zeigt sich oft, aber nicht immer, durch typische Veränderungen. Achten Sie besonders auf:

  • Schwellung an einem Bein, oft einseitig,
  • Schmerzen oder ein Ziehen in der Wade, das bei Druck oder Bewegung stärker wird,
  • Spannungs- oder Schweregefühl im Bein,
  • Überwärmung, Rötung oder bläuliche Verfärbung der Haut.

Bei Menschen, die sich nicht äußern können, fallen vielleicht nur ein dickeres Bein oder Unruhe beim Berühren auf. Vergleichen Sie im Zweifel beide Beine. Wenn Ihnen solche Zeichen auffallen, informieren Sie bitte umgehend den Arzt oder außerhalb der Praxiszeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Massieren Sie das betroffene Bein nicht.

Notfall Lungenembolie: Sofort 112 wählen

Eine Lungenembolie ist lebensbedrohlich. Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • plötzliche Atemnot oder sehr schnelle Atmung,
  • Schmerzen in der Brust, die oft beim Einatmen stärker werden,
  • Herzrasen, Schwindel oder Kreislaufprobleme bis zur Ohnmacht,
  • Husten, eventuell mit blutigem Auswurf,
  • plötzliche Angst und Unruhe.

Bleiben Sie bei Ihrem Angehörigen, lagern Sie den Oberkörper erhöht, wenn das angenehmer ist, und folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle. Familien in der Intensivpflege profitieren von einem vorbereiteten Notfallplan, in dem wichtige Informationen und Telefonnummern griffbereit sind.

Thromboseprophylaxe zu Hause mit ARCHIMED in Hannover

ARCHIMED begleitet pflegebedürftige Menschen in Hannover, etwa in Badenstedt, in Groß-Buchholz oder in Wülfel, und in der Region Hannover, sowohl in der ambulanten Pflege als auch in der außerklinischen Intensivpflege. Unsere Pflegefachkräfte unterstützen bei Bewegung und Mobilisation, helfen beim Anlegen verordneter Kompressionsstrümpfe, achten auf die Trinkmenge und erkennen Warnzeichen früh. Wir stimmen uns eng mit Hausärzten und Kliniken ab, gerade in der Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt.

Häufige Fragen

Wie lange ist das Thromboserisiko nach einer Operation erhöht?

Das hängt von der Operation und vom Gesundheitszustand ab. Wie lange vorbeugende Maßnahmen nötig sind, legt der behandelnde Arzt fest.

Darf ich Kompressionsstrümpfe einfach so kaufen und anziehen?

Bitte nicht ohne ärztliche Rücksprache. Kompressionsstrümpfe sind nicht für jeden geeignet und müssen richtig angepasst sein.

Was kann ich tun, wenn mein Angehöriger nicht aufstehen kann?

Fußübungen im Bett, sanftes Durchbewegen, ausreichend Trinken und tiefes Atmen helfen. Lassen Sie sich die Übungen vom Pflegeteam oder der Physiotherapie zeigen.

Wann muss ich die 112 rufen?

Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder Kreislaufproblemen besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie. Dann wählen Sie sofort den Notruf.

Sie möchten sich zum Thema Thromboseprophylaxe zu Hause beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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