Arthrose im Alter in Hannover: Schmerzen lindern und beweglich bleiben

Arthrose im Alter in Hannover: Schmerzen lindern und beweglich bleiben

Morgens sind die Knie steif, die ersten Schritte fallen schwer, und das Treppensteigen wird zur Herausforderung. Vielleicht schmerzen die Finger beim Öffnen eines Glases oder die Hüfte nach einem längeren Spaziergang. Arthrose im Alter gehört zu den häufigsten Gründen für Gelenkschmerzen und kann den Alltag spürbar einschränken. Für Betroffene ist das oft frustrierend, für Angehörige ist es nicht leicht mit anzusehen. Die gute Nachricht: Auch wenn sich der Gelenkverschleiß nicht rückgängig machen lässt, gibt es vieles, was Beschwerden lindern und die Beweglichkeit erhalten kann.

In diesem Ratgeber erklären wir, was bei Arthrose im Gelenk geschieht, wie Bewegung, Wärme und Hilfsmittel im Alltag helfen, wie Angehörige unterstützen können und wann ärztlicher Rat wichtig ist.

Was ist Arthrose?

Unsere Gelenkflächen sind mit einer glatten Knorpelschicht überzogen, die wie ein Stoßdämpfer wirkt und ein reibungsloses Gleiten ermöglicht. Bei Arthrose wird dieser Knorpel nach und nach dünner und rauer. Mit der Zeit können auch der Knochen unter dem Knorpel, die Gelenkkapsel und die umliegenden Muskeln betroffen sein. Besonders häufig betroffen sind Knie, Hüfte, Finger, Schultern und die Wirbelsäule.

Zu den bekannten Einflussfaktoren gehören das Alter, frühere Verletzungen oder Fehlstellungen, eine einseitige Belastung über viele Jahre, Übergewicht und eine familiäre Veranlagung. Oft wirken mehrere Ursachen zusammen.

Typische Beschwerden

Arthrose verläuft häufig in Schüben. Phasen mit wenig Beschwerden wechseln sich mit Zeiten ab, in denen das Gelenk gereizt, warm und geschwollen ist. Typisch sind:

  • Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen oder längerem Sitzen
  • Steifigkeit, die sich nach einigen Minuten Bewegung bessert
  • Schmerzen bei Belastung, später manchmal auch in Ruhe oder nachts
  • eingeschränkte Beweglichkeit, zum Beispiel beim Bücken, Treppensteigen oder Greifen
  • Reibe- oder Knackgeräusche im Gelenk

Weil ähnliche Beschwerden auch andere Ursachen haben können, sollte die Diagnose immer ärztlich gestellt werden. In Hannover und der Region gibt es zahlreiche hausärztliche und orthopädische Praxen, die bei Bedarf weiter untersuchen.

Behandlung gehört in ärztliche Hände

Die Behandlung von Arthrose im Alter wird individuell geplant. Dazu können Schmerzmittel, Physiotherapie, Ergotherapie, Hilfsmittel und in manchen Fällen eine Operation gehören, etwa ein künstliches Gelenk. Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach ärztlicher Absprache ein, auch frei verkäufliche Präparate, denn sie können bei älteren Menschen Nebenwirkungen haben oder sich mit anderen Medikamenten nicht vertragen. Wie Sie den Überblick über mehrere Medikamente behalten, lesen Sie in unserem Beitrag zum Medikamentenmanagement zu Hause.

Bewegung: das Gelenk braucht Pflege

Bei Schmerzen ist der erste Impuls oft, sich zu schonen. Doch der Knorpel wird vor allem durch Bewegung mit Nährstoffen versorgt, und kräftige Muskeln entlasten das Gelenk. Zu viel Schonung kann die Beschwerden auf Dauer verstärken. Geeignet sind gelenkschonende Bewegungsformen wie:

  • Spazierengehen in angenehmem Tempo, zum Beispiel im Georgengarten oder rund um den Maschsee
  • Radfahren, auch auf einem Heimtrainer
  • Schwimmen und Wassergymnastik
  • sanfte Kräftigungs- und Dehnübungen, die Sie sich von Physiotherapeuten zeigen lassen

Hören Sie dabei auf Ihren Körper. Ein leichtes Ziehen kann normal sein, starke oder anhaltende Schmerzen nach der Bewegung sind ein Zeichen, die Belastung zu verringern. Viele Vereine und Einrichtungen in der Region bieten Funktionstraining oder Rehasport an, der ärztlich verordnet werden kann.

Alltag mit Arthrose leichter gestalten

Wärme und Kälte

Viele Menschen empfinden Wärme als angenehm, etwa ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen, besonders bei steifen Gelenken am Morgen. Ist ein Gelenk dagegen akut gereizt, warm und geschwollen, kann vorsichtige Kühlung guttun. Legen Sie Kühlelemente nie direkt auf die Haut und fragen Sie im Zweifel ärztlich nach, was in Ihrer Situation passt.

Hilfsmittel nutzen

Kleine Hilfen können große Wirkung haben: ein Gehstock oder Rollator zur Entlastung, eine Sitzerhöhung für die Toilette, ein höherer Stuhl mit Armlehnen, Greifzangen, Strumpfanzieher oder Griffverdickungen für Besteck. Eine Ergotherapeutin oder ein Ergotherapeut kann zeigen, wie sich alltägliche Bewegungen gelenkschonend ausführen lassen. Weitere Tipps lesen Sie in unserem Beitrag zur Wohnraumanpassung für die Pflege.

Ernährung und Gewicht

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten unterstützt die allgemeine Gesundheit. Bei Übergewicht kann es die Gelenke entlasten, behutsam etwas abzunehmen. Im höheren Alter sollte das aber immer ärztlich begleitet werden, damit keine Muskelmasse verloren geht.

Arthrose und Sturzgefahr

Schmerzende Knie oder Hüften machen den Gang unsicherer. Wer Angst vor Schmerzen hat, bewegt sich oft vorsichtiger und verliert dadurch an Kraft und Gleichgewicht. So kann das Sturzrisiko steigen. Sorgen Sie für eine gut beleuchtete Wohnung ohne Stolperfallen, für feste Schuhe und für Haltegriffe an wichtigen Stellen. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Sturzprophylaxe zu Hause.

Wie Angehörige unterstützen können

Für Angehörige ist es oft eine Gratwanderung zwischen Helfen und Abnehmen. Übernehmen Sie nicht alles, sondern unterstützen Sie dort, wo es wirklich nötig ist, damit Ihr Angehöriger so selbstständig wie möglich bleibt. Gemeinsame Spaziergänge, Begleitung zur Physiotherapie oder kleine Bewegungsübungen im Alltag können motivieren. Nehmen Sie Schmerzäußerungen ernst, auch wenn sie sich wiederholen, und achten Sie darauf, ob Ihr Angehöriger sich wegen der Beschwerden zurückzieht. Hinweise zum Umgang mit Schmerzen finden Sie in unserem Beitrag zum Schmerzmanagement zu Hause.

Wenn die Pflege viel Kraft kostet, holen Sie sich frühzeitig Unterstützung, etwa durch einen ambulanten Pflegedienst oder weitere Familienmitglieder. Anregungen finden Sie in unserem Beitrag pflegende Angehörige entlasten.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

  • wenn ein Gelenk plötzlich stark anschwillt, sich rötet oder heiß anfühlt
  • bei Fieber zusammen mit Gelenkschmerzen
  • wenn Schmerzen trotz Behandlung zunehmen oder nachts nicht mehr schlafen lassen
  • wenn Ihr Angehöriger nach einem Sturz nicht mehr auftreten kann; dann rufen Sie den Notruf 112
  • bei Fragen zu Nebenwirkungen von Schmerzmitteln

Arthrose im Alter: Begleitung durch ARCHIMED in Hannover

ARCHIMED unterstützt ältere Menschen in Hannover, zum Beispiel in der Südstadt, in Buchholz oder in Badenstedt, und in der Region Hannover in der ambulanten Pflege. Unsere Pflegefachkräfte helfen bei der Körperpflege und Mobilisation, unterstützen nach ärztlicher Verordnung bei der Medikamentengabe, achten auf Sturzrisiken und beraten Angehörige zu Hilfsmitteln. Dabei arbeiten wir eng mit Hausarztpraxen sowie Physio- und Ergotherapie zusammen, damit der Alltag mit Arthrose im Alter möglichst selbstbestimmt bleibt.

Häufige Fragen

Sollte ich mich bei Arthrose lieber schonen?

Dauerhafte Schonung ist meist nicht hilfreich. Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung tut den Gelenken in der Regel gut. In akuten, stark gereizten Phasen kann eine kurze Pause sinnvoll sein.

Hilft Wärme oder Kälte besser?

Das ist individuell. Viele empfinden Wärme bei steifen Gelenken als angenehm, Kälte eher bei einem akut entzündeten Gelenk. Probieren Sie vorsichtig aus, was Ihnen guttut, und fragen Sie bei Unsicherheit ärztlich nach.

Ist ein künstliches Gelenk unvermeidbar?

Nein, nicht bei jedem Menschen mit Arthrose. Ob und wann eine Operation sinnvoll ist, wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt abgewogen.

Kann ein Pflegedienst bei Arthrose helfen?

Ja, zum Beispiel bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Mobilisation und mit Beratung zu Hilfsmitteln, damit der Alltag zu Hause leichter wird.

Sie möchten sich zur Pflege bei Arthrose im Alter beraten lassen? ARCHIMED ist gern für Sie da: 0511 / 8982332 · intensiv@archi-med.de.

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